Mietminderung nach Mangelart

Wie viel Prozent Mietminderung stehen Ihnen zu? Diese Übersicht führt 58 Wohnungsmängel in 13 Kategorien auf. Zu jedem Mangel finden Sie die Spanne der von deutschen Gerichten anerkannten Quoten, eine Nachweis-Checkliste und einen Rechner für Ihre Bruttowarmmiete.

Mangelkategorien

Heizung & Warmwasser

3100 %

Ohne funktionierende Heizung und warmes Wasser ist eine Wohnung nicht das, wofür Sie Miete zahlen.

6 Mangelarten

Feuchtigkeit & Schimmel

5100 %

Kein Wohnungsmangel wird in Deutschland häufiger gemeldet als Schimmel und Feuchtigkeit.

6 Mangelarten

Lärm & Ruhestörung

540 %

Lärm beschädigt keine Wand und hinterlässt keine Flecken, trotzdem kann er eine Wohnung unbrauchbar machen.

5 Mangelarten

Ungeziefer & Schädlinge

525 %

Eine einzelne Spinne ist Natur, ein Kakerlakenbefall ist ein Mangel.

6 Mangelarten

Fenster & Türen

125 %

Durch undichte Fenster entweicht Heizwärme, durch eine defekte Wohnungstür im Zweifel noch mehr.

5 Mangelarten

Bad & Sanitär

380 %

Ohne Bad und WC ist eine Wohnung nicht bewohnbar.

5 Mangelarten

Küche & Geräte

2100 %

Bei Küchengeräten entscheidet der Mietvertrag.

4 Mangelarten

Aufzug

550 %

Wer eine Wohnung im fünften Stock mit Aufzug mietet, mietet den Aufzug mit.

2 Mangelarten

Elektrik & Technik

5100 %

Am Strom hängt in der Wohnung fast alles, vom Licht über den Kühlschrank bis zur Heizungssteuerung.

4 Mangelarten

Wohnfläche & Raumqualität

1030 %

Steht im Mietvertrag mehr Fläche, als die Wohnung tatsächlich hat, zahlen Sie Monat für Monat für Quadratmeter, die es gar nicht gibt.

3 Mangelarten

Balkon, Terrasse & Außenbereiche

315 %

Balkon, Terrasse, Kellerabteil, Stellplatz: Was im Mietvertrag steht oder bei Einzug übergeben wurde, gehört zur Mietsache dazu.

5 Mangelarten

Gesundheitsgefahren

1050 %

Asbest, Legionellen, Blei im Trinkwasser: Wenn die Wohnung krank machen kann, geht es um mehr als Wohnkomfort.

4 Mangelarten

Geruchsbelästigung

520 %

Gestank sieht man nicht, und genau das macht ihn juristisch unbequem: Der Nachweis fällt schwerer als bei einem Schimmelfleck.

3 Mangelarten

Mängel mit den höchsten Minderungsquoten

Diese Mängel treffen die Bewohnbarkeit am härtesten, und die Gerichte bewerten sie entsprechend hoch.

So funktioniert die Mietminderung

Nach § 536 BGB ist die Miete kraft Gesetzes gemindert, sobald ein erheblicher Mangel die Tauglichkeit der Wohnung zum vertragsgemäßen Gebrauch beeinträchtigt. Sie brauchen dafür weder eine Genehmigung des Vermieters noch einen Gerichtsbeschluss.

Durchsetzen lässt sich der Anspruch allerdings erst, wenn der Vermieter von dem Mangel weiß. Deshalb ist die Mängelanzeige nach § 536c BGB der entscheidende erste Schritt: Ihr Datum ist zugleich der Stichtag Ihres Anspruchs.

Berechnungsgrundlage ist die Bruttowarmmiete, also die Kaltmiete zuzüglich aller Nebenkostenvorauszahlungen. Wer irrtümlich von der Kaltmiete ausgeht, mindert deutlich weniger als ihm zusteht.

Um das Risiko einer fristlosen Kündigung wegen Zahlungsrückstands auszuschließen, empfiehlt sich zunächst die Zahlung unter Vorbehalt mit späterer Rückforderung.

Häufige Fragen

Bei welchen Mängeln kann ich die Miete mindern?

Grundsätzlich bei jedem erheblichen Mangel, der die Tauglichkeit der Wohnung zum vertragsgemäßen Gebrauch mindert, vom Heizungsausfall über Schimmel und Lärm bis zum Ungeziefer. Diese Übersicht listet 58 Mangelarten in 13 Kategorien mit den jeweils anerkannten Minderungsquoten.

Wie finde ich die richtige Minderungsquote für meinen Fall?

Wählen Sie die Kategorie, die zu Ihrem Mangel passt, und öffnen Sie die passende Mangelart. Dort finden Sie die Spanne der von Gerichten anerkannten Quoten, einen Rechner für Ihre Bruttowarmmiete sowie eine Checkliste, wie Sie den Mangel nachweisen.

Was ist, wenn mehrere Mängel gleichzeitig vorliegen?

Die Minderungsquoten werden grundsätzlich addiert, insgesamt jedoch auf maximal 100 Prozent begrenzt. Betreffen mehrere Mängel dieselbe Beeinträchtigung, nehmen Gerichte statt einer Addition eine Gesamtbetrachtung vor.

Sind die angegebenen Prozentwerte verbindlich?

Nein. Es handelt sich um Orientierungswerte aus Gerichtsentscheidungen zu vergleichbaren Fällen. Jeder Einzelfall wird individuell bewertet; die tatsächliche Höhe hängt von Art, Dauer, Intensität und Ausmaß der Beeinträchtigung ab.