Mietminderung nach Mangelart

Wie viel Prozent Mietminderung stehen Ihnen zu? Diese Übersicht führt 63 Wohnungsmängel in 13 Kategorien auf. Zu jedem Mangel finden Sie die Spanne der von deutschen Gerichten anerkannten Quoten, eine Nachweis-Checkliste und einen Rechner für Ihre Bruttowarmmiete.

Mangelkategorien

Heizung & Warmwasser

3–100 %

Ohne funktionierende Heizung und warmes Wasser ist eine Wohnung nicht das, wofür Sie Miete zahlen.

6 Mangelarten

Feuchtigkeit & Schimmel

3–100 %

Kein Wohnungsmangel wird in Deutschland häufiger gemeldet als Schimmel und Feuchtigkeit.

6 Mangelarten

Lärm & Ruhestörung

0–60 %

Lärm beschädigt keine Wand und hinterlässt keine Flecken, trotzdem kann er eine Wohnung unbrauchbar machen.

6 Mangelarten

Ungeziefer & Schädlinge

2–80 %

Eine einzelne Spinne ist Natur, ein Kakerlakenbefall ist ein Mangel.

7 Mangelarten

Fenster & Türen

1–20 %

Durch undichte Fenster entweicht Heizwärme, durch eine defekte Wohnungstür im Zweifel noch mehr.

5 Mangelarten

Bad & Sanitär

3–80 %

Ohne Bad und WC ist eine Wohnung nicht bewohnbar.

7 Mangelarten

Küche & Geräte

1–60 %

Bei Küchengeräten entscheidet der Mietvertrag.

4 Mangelarten

Aufzug

3–25 %

Wer eine Wohnung im fünften Stock mit Aufzug mietet, mietet den Aufzug mit.

2 Mangelarten

Elektrik & Technik

1–100 %

Am Strom hängt in der Wohnung fast alles, vom Licht über den Kühlschrank bis zur Heizungssteuerung.

4 Mangelarten

Wohnfläche & Raumqualität

0–40 %

Steht im Mietvertrag mehr Fläche, als die Wohnung tatsächlich hat, zahlen Sie Monat für Monat für Quadratmeter, die es gar nicht gibt.

3 Mangelarten

Balkon, Terrasse & Außenbereiche

0–15 %

Balkon, Terrasse, Kellerabteil, Stellplatz: Was im Mietvertrag steht oder bei Einzug übergeben wurde, gehört zur Mietsache dazu.

5 Mangelarten

Gesundheitsgefahren

0–56 %

Asbest, Legionellen, Blei im Trinkwasser: Wenn die Wohnung krank machen kann, geht es um mehr als Wohnkomfort.

5 Mangelarten

Geruchsbelästigung

5–25 %

Gestank sieht man nicht, und genau das macht ihn juristisch unbequem: Der Nachweis fällt schwerer als bei einem Schimmelfleck.

3 Mangelarten

Mängel mit den höchsten Minderungsquoten

Diese Mängel treffen die Bewohnbarkeit am härtesten, und die Gerichte bewerten sie entsprechend hoch.

So funktioniert die Mietminderung

Nach § 536 BGB ist die Miete kraft Gesetzes gemindert, sobald ein erheblicher Mangel die Tauglichkeit der Wohnung zum vertragsgemäßen Gebrauch beeinträchtigt. Sie brauchen dafür weder eine Genehmigung des Vermieters noch einen Gerichtsbeschluss.

Durchsetzen lässt sich der Anspruch allerdings erst, wenn der Vermieter von dem Mangel weiß. Deshalb ist die Mängelanzeige nach § 536c BGB der entscheidende erste Schritt: Ihr Datum ist zugleich der Stichtag Ihres Anspruchs.

Berechnungsgrundlage ist die Bruttowarmmiete, also die Kaltmiete zuzüglich aller Nebenkostenvorauszahlungen. Wer irrtümlich von der Kaltmiete ausgeht, mindert deutlich weniger als ihm zusteht.

Um das Risiko einer fristlosen Kündigung wegen Zahlungsrückstands auszuschließen, empfiehlt sich zunächst die Zahlung unter Vorbehalt mit späterer Rückforderung.

Häufige Fragen

Bei welchen Mängeln kann ich die Miete mindern?

Grundsätzlich bei jedem erheblichen Mangel, der die Tauglichkeit der Wohnung zum vertragsgemäßen Gebrauch mindert, vom Heizungsausfall über Schimmel und Lärm bis zum Ungeziefer. Diese Übersicht listet 58 Mangelarten in 13 Kategorien mit den jeweils anerkannten Minderungsquoten.

Wie finde ich die richtige Minderungsquote für meinen Fall?

Wählen Sie die Kategorie, die zu Ihrem Mangel passt, und öffnen Sie die passende Mangelart. Dort finden Sie die Spanne der von Gerichten anerkannten Quoten, einen Rechner für Ihre Bruttowarmmiete sowie eine Checkliste, wie Sie den Mangel nachweisen.

Was ist, wenn mehrere Mängel gleichzeitig vorliegen?

Gerichte addieren die Einzelquoten nicht, sondern bewerten in einer Gesamtbetrachtung, wie stark die Wohnung insgesamt in ihrer Tauglichkeit beeinträchtigt ist. Die Summe der Tabellenwerte ist deshalb nur eine grobe Obergrenze; die zuerkannte Gesamtquote liegt regelmäßig darunter und kann 100 Prozent nie überschreiten.

Sind die angegebenen Prozentwerte verbindlich?

Nein. Es handelt sich um Orientierungswerte aus Gerichtsentscheidungen zu vergleichbaren Fällen. Jeder Einzelfall wird individuell bewertet; die tatsächliche Höhe hängt von Art, Dauer, Intensität und Ausmaß der Beeinträchtigung ab.